Coronavirus und die Musikbranche


Musikbranche post Coronavirus. Was kommt alles auf uns zu?

Das Coronavirus hat uns Kulturschaffenden, Musikern, Künstlern und Veranstaltern einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. Heute erzähle ich euch meine Gedanken zur jetzigen Situation und der Post Corona Ökonomie.

Was passiert momentan hier?

Seit Mitte März wurden wegen des Coronavirus massenhaft Konzerte und Auftritte abgesagt. Das hat gravierende Folgen für alle Künstler und Veranstalter. 90% der unabhängigen Eigentümer, Veranstalter und Booker geben an, dass sie nicht nur während der Pandemie geschlossen werden, sondern dass das Virus sie in eine solche finanzielle Schieflage gebracht hat, dass sie ihre Verluste nicht mehr aufholen können.

Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass wir in Zukunft viel weniger Bühnen haben werden. Viele Festivals mussten ihre Auftritte für 2020 absagen und laufen die Gefahr für immer unterzugehen. Für Clubs trifft das natürlich ebenfalls zu. Vor allem weil die staatliche Hilfe für kleine Veranstaltungsorte vielerorts noch nicht angekommen ist. Grosse Lokale konnten sich Bargeld-Reserven anschaffen und Versicherungen abschließen. Doch wir können uns vorstellen wie es für kleinere Unternehmen aussieht.

Das Coronavirus wird uns in den nächsten Jahren noch weiter begleiten.

Oder denkst du, dass es Auftritte geben wird, bei denen sich tausende von Menschen durchgeschwitzt in einem geschlossenen Raum zusammenfinden werden, um sich eine Band anzuhören? Wohl kaum! Vor allem weil das Social Distancing zur Auflage werden wird. Was ja gut und verständlich ist.
Übrigens ist Social Distancing ein ganz doofes Wort, ich würde das eher Physical Distancing nennen.

Das hat wiederum einen Einfluss auf sehr grosse und bekannte Bands. Denn der Veranstalter muss mit Defiziten rechnen, oder die Preise so stark anheben, dass kein Zuschauer die Tickets kaufen möchte. Die Menschen werden nach alternativen und erschwinglichen Wegen suchen, um Zugang zu qualitativ hochwertiger Unterhaltung zu erhalten. Musiker müssen sich diesen Herausforderungen jetzt stellen.

Was geschieht, wenn auf Grund des Coronavirus die Veranstaltungsmöglichkeiten für Live Auftritte um 50% abnehmen und das 5 - 10 Jahre anhält?

Live Streaming ist eine offensichtliche Antwort, jedoch nicht die Lösung.

Denn der heutige Mensch ist sich gewohnt, dass alles im Internet gratis ist. Auch wenn eine Band vom Ticketpreis eines Konzerts nur 10€ bekommt, ist das für den digitalen Konsument zu viel, um sich ein Streaming Konzert anzuschauen. Die Bands müssen einen Weg finden, um sich einzigartig zu positionieren und ein Erlebnis zu schaffen das live nicht möglich ist. Sie müssen Geschichten erzählen, Spannungstaktiken entwickeln und Shows aufbauen die interaktiv, spannend und unterhaltsam sind. Einfach ihr Instrument zu spielen reicht nicht mehr.

Hinzu kommt noch, dass die Merchandising Einnahmen wegfallen.

Die Bereitschaft für den Zuhörer nach dem Konzert ein T-Shirt oder eine CD kaufen ist viel grösser als noch einem Livestream den Shop der Band zu besuchen. Da fehlt die persönliche Interaktion. Ich kenne das von meinen eigenen Auftritten. Das Publikum kauft eine handsignierte CD um mit dem Künstler zu quatschen. Die CD ist ein Erinnerungsstück. Da geht es nur sekundär um die Musik. Und wenn es um die Musik geht, dann wird die CD auf den Computer geladen und auf dem iPod konsumiert. Was uns geradewegs auf das Thema digitale Musik-Verkäufe führt.  Aus iTunes die CD abgelöst hat fand schon ein Einbruch in Einkommen des Musikers statt.

Früher in den 80er bis 90er Jahre tourten die Bands, um Werbung für ihr Album zu machen. Das Haupteinkommen bestand darin, Vinyl und später CDs zu verkaufen. Heute verkaufen Bands Alben, um Werbung für ihre Auftritte zu machen. Doch seit dem Aufkommen der Streaming-Diensten ist auch dieses Geschäftsmodell Vergangenheit. Die Konsumenten hören keine Alben mehr, sondern klicken sich eigene Playlist zusammen. Jeder Sound ist austauschbar. Und dazu die Bezahlung von Streaming Diensten unter jeglicher Sau. Um noch Öl ins Feuer zu giessen, meinte Daniel Ek, CEO von Spotify, die Musiker sollen doch einfach noch mehr produzieren und noch kreativer werden. Das würde bedeuten, dass noch mehr Musik auf Spotify verfügbar sein wird, die Qualität abnimmt und die Konkurrenz noch grösser würde.

Das ist kein Zustand!

Ein weiteres Problem sind die Urheberrechte.

Es ist gang und gäbe das Bands ihr Repertoire mit Covers auffüllen. Das hat live auch keine weiteren Konsequenzen. Doch wenn sie diese Covers ins Internet hochladen, werden die Upload Filter das bemerken. Nebst Abmahnungen können die Schliessung der Profile die Folge sein. Das ist natürlich ein Super-Gau für alle Cover Bands. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Bands nur eigenes Material performen dürfen, was die Sache auch nicht erleichtert.

Viele Künstler sind seit dem Ausbruch des Coronavirus am Anschlag, wissen nicht wie sie ihr Lebensunterhalt verdienen sollen und stehen vor existenziellen Problemen. Wie wir den Kopf aus der Schlinge kriegen, weiss ich auch noch nicht. Wir müssen neue Einkommensströme und Ideen entwickeln. Doch Musik ist als gegenwärtig. Sie verbindet Menschen und Kulturen. Sie wird nicht verschwinden. Ich denke es dauert noch ein Weilchen, doch wir werden einen Weg finden.

Ich glaube fest daran, dass alles am Ende gut wird. Und wenn es noch nicht gut ist dann ist es nicht das Ende.

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