Wie Du ein Musik Demo aufnimmst


Als Band oder Einzelmusiker ist es unerlässlich ein Musik Demo zu haben. Nur so kannst Du Konzerte buchen, deine Fanbase vergrössern und bei Plattenlabels Aufmerksamkeit erhalten. Dabei muss das Demo keine Top Produktion sein. Solange Deine Songs gut sind, werden Deine Zuhörer Deine Musik mögen und die Plattenlabel können sehr wohl zwischen einem Demo und einer professionellen Produktion unterscheiden. Die Aufnahme braucht nicht teuer zu sein, wichtig ist, dass die Stimmung Deiner Musik gut rüberkommt.

 

Die Aufnahmetechnik

Als Erstes musst Du Dir überlegen wie Du das Demo aufnimmst. Es gibt grundsätzlich 2 Wege:

Live – Das heisst alle InstrumentalistInen und SängerInen nehmen ihre Parts gleichzeitig auf. Dazu brauchst Du einen Raum, der gross genug ist, um alle Instrumente und Musiker unterzubringen. Dazu eignen sich Dein Übungsraum oder ein Aufnahmestudio. Vielleicht kannst Du die einzelnen Instrumente akustisch voneinander abschirmen. Zum Beispiel mit einer Clearsonic-Scheibe  oder Bürostellwänden. Der Vorteil ist, dass die Aufnahme relativ schnell im Kasten ist, da alle Instrumente simultan aufgenommen werden. Der Nachteil ist, dass alle Musiker fehlerfrei und tight spielen müssen. Da alle Instrumente gleichzeitig in einem Raum spielen, übersprechen die Mikrofone (Schlagzeug wird beispielsweise auch über das Gitarrenmikrofon aufgenommen). Somit wird ein Ausbessern gespielter Fehler sehr schwierig.

Multi Track – Das heisst alle InstrumentalistInen und SängerInen werden nacheinander, einzeln aufgenommen. Das kannst Du bei Dir zuhause mit dem Computer oder Laptop, oder in einem Tonstudio aufnehmen. Der Vorteil ist, dass alle Instrumente sehr isoliert voneinander bearbeitbar sind und Fehler ohne Probleme auskorrigiert werden können. Der Nachteil ist, dass die ganze Aufnahme länger dauert, je mehr Instrumente du aufnimmst, desto mehr Zeit brauchst Du. Falls Du zuhause aufnimmst, sei Dir Deinen Raummoden bewusst. Dein Homestudio wird wahrscheinlich nicht akustisch optimiert sein, deshalb gibt es Resonanzen im Raum, die Du kennen und ausbügeln musst.

Bei der Wahl Deiner Aufnahmetechnik spielt Dein Musikstil auch eine wichtige Rolle. Spielst Du in einer Garage-Rock Band, bietet sich eine Live Aufnahme an, möchtest Du radiotaugliche Pop Musik machen, würde ich ein Multitrack Recording empfehlen. Falls Du selbst aufnimmst, mache Dir Gedanken über Dein Equipment. Welche Mikrofone brauchst Du? Hast Du genügend Vorverstärker für die Mikrofone und Kopfhörer? Sind alle Kabel in Ordnung? Hast Du genügend D.I. Boxen? Welche Software verwendest Du?

Tipp: Benutze einen Klick (Metronom) bei der Aufnahme. Du wirst später viel weniger Probleme beim Schneiden und editieren haben und das Tempo bleibt auch das ganze Stück durch konstant.

 

Das Setup

Für ein Demo solltest Du Dein Schlagzeug nicht übermikrofonieren. Je mehr Mikrofone Du verwendest, desto mehr Phasenprobleme und Übersprechungen hast Du. Meistens reichen 2 Kleinmembranmikrofone für die Overheads (über dem Schlagzeugset aufgestellte Mikrofone, vor allem für die Becken und die Hihats) und ein Mikrofon für die Kick-Drum. Die Snare wird über die Overheads meistens genug laut sein. Ansonsten kannst Du an die Snare ein zusätzliches, dynamisches Mikrofon anbringen.

Schlagzeug Mikrofonierung

Den Bass nimmst Du vorzugsweise über eine D.I. Box auf. Viele Soundkarten bieten ausserdem einen Hi-Z Eingang, in den man den Bass direkt einstecken kann.

Auch Gitarren kann man über den Hi-Z Eingang oder über eine D.I. Box aufnehmen. Leider klingen diese dann sehr charakterlos und fad. Jede gängige DAW (Digital Work Station) bietet heutzutage virtuelle Gitarrenverstärker, die man beim Recording benutzen kann. Leider sind die Aufnahmelatenzen (die Zeit die der Rechner braucht um das Signal zu verarbeiten) je nach Power des Computers zum Teil zu gross. Viele Gitarristen spielen heutzutage über digitale Modelling Amps. Diese haben den Vorteil, dass man diese direkt an den Computer anschliessen kann, ohne ein Mikrofon zu benutzen. Mit diesen Verstärkern fallen auch die Latenzen nicht ins Gewicht, ausserdem hast Du durch den direkten Eingang keine akustischen Übersprechungen zu anderen Mikrofonen. Das ist vor allem von Vorteil, wenn zwei Gitarristen in der Band spielen und Du live aufnimmst. Ansonsten müsstest Du den einen Gitarristen in einen separaten Raum stellen, damit Du die Gitarre isoliert aufnehmen kannst.

Die Keyboards nimmst Du am besten Stereo über D.I. Boxen auf. Da der Gesang das Wichtigste im Song ist, kannst Du Dir überlegen ihn alleine, anstatt live, über das schon eingespielte Play-back der Band aufzunehmen. Somit hast Du alle Freiheiten und bei der Nachbearbeitung wirst Du keine Artefakte anderer Instrumente auf der Aufnahme haben. Vom Jazz mal abgesehen, würde ich bei den Bläsern wie beim Gesang vorgehen.

 

Die Aufnahmne

Verschwende nicht Stunden über Stunden bei der Aufnahme dines Musik Demos. Eine Band ist sich gewohnt beim ersten Take die ganze Energie einzusetzten. Bei einem Konzert kommt es nie vor, dass man einen Song mehrmals spielt. Da muss alles beim ersten Mal sitzen. Meiner Erfahrung nach wird eine Bandaufnahme nach dem dritten Take nicht mehr besser. Bereite Dich sorgfältig auf das Recording vor und konzentriere Dich beim Einspielen. Es ist besser für die Aufnahme und den Bandfrieden.

 

Altes Aufnahmetonband

Der Mix

Denke daran, dass ein Demo nicht perfekt sein muss. Falls Du zuhause aufnimmst und mischst, kannst Du mit den internen Effekten deiner DAW alles machen oder du sendest Deine Bandraumaufnahme zum Mischen in ein Studio, so sparst Du Zeit und Du weisst, dass etwas gutes dabei rausschaut. Bei einer Studioaufnahme mischt der Tontechniker die Aufnahme für Dich.

 

Das Mastering

Dieser Schritt ist absolut freiwillig. Da Du ein Demo möchtest, ist das Mastering nicht zwingend. Du kannst es selbst versuchen (manchmal hat der Laie ein glückliches Händchen) oder Du lässt es extern Mastern. Denke daran: Keine Band ist wegen eines ungemasterten Demos nicht unter Vertrag genommen worden.

 

Tipps

Stecke bitte keine enormen Beträge in Dein Demo. Plattenfirmen können auch mittelmässig aufgenommene Musik beurteilen. Kein grosser Star ist nur wegen eines gut klingenden Demos gesignt worden. Auch Deine Fans werden Deine Musik hören, auch wenn diese nicht wie die der Top Stars klingt.

Halte Dein Demo einfach. Kein A&R wird sich Deine 20 Songs anhören. 3 Songs reichen, um sich von Deiner Band ein Bild zu machen. Wenn sie mehr hören wollen, werden sie auf Dich zukommen, glaube mir.

Setze Deinen besten Song an den Anfang. Entscheide Dich für einen einprägsamen und schnellen Song, nicht für eine Ballade. Von einem Demo Song werden in der Regel nur die ersten 30 Sekunden angehört, danach wird zum nächsten gewechselt.