Magnetismus 2 – Die Soundmaschine


Drumhits, Stab-Synths, Westerngitarren und Percussion sind nur ein Teil der Instrumente, die harte, schnelle Anschläge aufweisen. Um diese grossen Dynamikunterschiede zu kontrollieren, eignet sich ein Kompressor nur bedingt, da dieser eine Einschwingzeit aufweist, die genau diese harschen Transienten verstärkt.

Wie Du trotzdem Herr dieser Impulse werden kannst und womit Du deine Sounds laut und durchsetzungsfähig hinbekommst, erfährst Du im folgenden Video.

 

 

Sehr dynamische Signale sind schwierig zu mischen. Durch das grosse Gefälle der Lautstärken wird der eigentliche Klang des Instrumentes in den Hintergrund geschoben. Die einfachste Variante ist es, das Signal einfach lauter zu machen. Doch dann werden die Spitzen höchstwahrscheinlich über Null schiessen, was in der digitalen Domain ein No-Go ist.

 

Der Kompressor

Um das zu verhindern, nehmen viele Audioengineers einen Kompressor zur Hand. Doch dieser löst das Problem nur bedingt. Ein Kompressor ist kein sehr schneller Prozessor. Er besitzt ein Attack und ein Release. Die Attackzeit ist auch bei der schnellsten Einstellung noch genug langsam, um die Anfangsgeräusche eines Signals unbearbeitet zu lassen. Deshalb ist der Kompressor für seine groovegestalterischen Fähigkeiten so beliebt. Hier ein Beispiel eines statischen Signals mit lediglich zwei Lautstärkestufen.

 

Schneller Attack und Release

 

Der Wechsel auf die verschiedenen Energie-Level erfolgt sofort, ohne Ein- und Ausschwingzeit.

Benutzt Du nun einen Kompressor, modellierst Du das Ein- und Ausschwingverhalten des Signals und machst es dynamischer. Du siehst hier schön die Ein- und die Ausschwingphase. Deshalb eignet sich ein Kompressor nicht um die Transienten abzuschwächen.

 

Kompressor Einschwingphase

Der Limiter

Ein Limiter käme dafür viel eher in Frage. Ein Limiter ist ein Kompressor mit einer sehr, sehr kurzen Attackzeit und einer Ratio von 1:∞ oder mindestens 1:20. Damit werden die Spitzen wie mit einer Heckenschere kurzerhand abgesäbelt. Das sieht dann folgendermassen aus:

 

Wellenform-limitiert

 

Leider ist die Bearbeitung sehr hart ausgefallen. Bei näherer Betrachtung gleicht die Wellenform nun eher einer Rechteckkurve, was übelste Verzerrungen mit sich bringt. Deshalb scheidet der Limiter für solche Bearbeitungen oftmals aus.

 

Der Transienten Designer

Eine weitere Option wäre einen Transienten Designer zu benutzen. Dieses Plugin ist extra dafür konzipiert worden das Ein- respektive Ausschwingverhalten zu bearbeiten.

Wie Du jedoch in diesem Beispiel sehen kannst, geht der Attack durch die Bearbeitung verloren. Die Spitzen werden zwar schön abgerundet, doch der Sound verliert seine Knackigkeit und Frische.

 

Transient Designer

Die Lösung: Der Magnetismus 2

Ein elegantes Werkzeug um solche Transienten zähmen zu können ist der Magnetismus 2 von der Tegeler Audio Manufaktur in Berlin. Nebst der Bearbeitung dieser lauten Spitzen, besitzt das Unit aber noch viele weitere soundgestalterische Fähigkeiten. Du kannst dein Signal dezent färben oder es stark verzerren.

Der Magnetismus 2 besteht aus einem Stereo VCA Kompressor mit nachgeschaltetem Transienten Shaper, Aufholverstärker und Transformator.

 

 

Der Kompressor besitzt die gängigen Regler für Threshold, Attack/Release und Ratio. Die Drehknöpfe für den Schwellwert und die Ratio sind gerastert, als Timing Regler ist ein Drehschalter verbaut. Anhand einer LED Kette kannst Du die Höhe der Reduktion ablesen.

 

Magnetismus-2-Kompressor

 

Der Kompressor ist kein Bus Kompressor per se, Du kannst ihn aber ungeniert als solchen einsetzten. Das grösste Hindernis für die Bus-Kompression stellen die fixen Ein- und Ausschwingzeiten dar.

Du kannst zwischen 10 unterschiedlichen Attack-Release Kombinationen wählen, wobei Preset 1 die kürzeste Ein- und Ausschwingzeit aufweist und Preset 10 die längste.

 

 

Das Gerät ist im Allgemeinen nicht für den Masterbus gedacht sondern für die Bearbeitung einzelner Signale oder Gruppen.

Nach dem Kompressor ist ein Transienten Shaper in Form von drei unterschiedlichen Transformer geschaltet. Jeder Spannungswandler hat seinen eigenen Charakter, wobei Eisen die Transienten zeitlich am längsten bearbeitet, Nickel am kürzesten. Hier geht es also um die Kurve der Transientenmodulation. Mit dem Intensitätsregler kannst Du bestimmen, wie stark ins Signal eingegriffen werden soll.

 

 

Dieser Regler ist aber direkt mit dem Makeup Gain Regler verbunden, der das zuvor komprimierte Signal in den Transienten Shaper speist. Die Lautstärke kannst Du am präsenten VU Meter ablesen.

 

Um das Ganze abzurunden sind noch ein frontseitiger True Bypass und ein Ein-/Ausschalter verbaut.

 

Der Magnetismus 2 ist also weder ein Kompressor, noch ein Limiter noch ein Transient Designer, sondern ein Hybrid aller dieser Prozessoren. Sein Attack ist knackig und die Spitzen werden sauber entgratet.

 

Fazit

Der Magnetismus 2 ist eine Sound Maschine. Du kannst aus langweiligen Klängen fette Sound erzeugen und Drums dreckig und durchsetzungsfähig machen. Am besten haben mir der parallele Einsatz und die Bearbeitung harter Stab-Synths gefallen. Du kannst deine Loops nach Belieben färben und verbiegen.

Die ganz neuen Versionen des Magnetismus 2 besitzen nebst den vorgestellten Features zusätzlich einen Sidechain Eingang, damit Du den Magnetismus mit einem Drittsignal steuern kannst, um beispielsweise eine Fläche rhythmisch zu bearbeiten. Ruf bei der Tegeler Audio Manufaktur an, sie überlassen dir den Magnetismus 2 für 14 Tage gratis zum Test.

 

Das schreibt der Hersteller


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