5 Wege um aus Mono Stereo zu machen


In diesem Artikel zeige ich 5 Wege wie man aus einem Mono Signal ein schön breites Stereosignal macht. Die verschiedenen Techniken haben alle ihre Vor- und Nachteile. Es ist jedoch sinnvoll, verschiedene Stereo Techniken zu verwenden und diese allenfalls zu kombinieren, um ein Aufschaukeln der Eigenheiten der einzelnen Techniken entgegenzuwirken.

 

 


 

Der Laufzeit Stereo Trick

Laufzeit Stereo
Laufzeit Stereo

Bei dieser Technik kopierst Du das Monosignal auf eine weitere Spur. Du hast jetzt zwei Spuren mit demselben File. Den einen Kanal setzt Du ganz nach Links, den Anderen voll auf Rechts.

Nun verschiebst du einen der beiden Kanäle (in unserem Fall den Linken) ein klein wenig nach vorne, so dass er etwa 1/192tel Note früher beginnt.

Vorteil:

  • Sehr breites Stereobild

Nachteil:

  • Klang verändert sich infolge von Phasenauslöschungen
  • Nicht Monokompatibel
  • Fehlpositionierung im Stereofeld aufgrund von Laufzeitunterschieden

 


Der Haas Effekt

Stereo Delay Haas Effekt
Stereo Delay Haas Effekt

Bei dieser Technik benutzt Du ein Stereo Delay. Du setzt den linken Kanal des Delays auf 16ms und den Rechten auf 14ms. Da diese Zeit zu kurz ist um für unser Ohr als Laufzeitunterschied wahrgenommen zu werden, bekommt das Signal (durch die unterschiedlichen Delay Zeiten) einen schön breiten Charakter. Das ist eine sehr einfache und elegante Variante.

Vorteil:

  • Monokompatibel
  • Verändert den Sound nicht

Nachteil:

  • Untight im Stereobild
  • Breite nicht so einfach bestimmbar

 

 


Das kleine Helferlein

bx_steromaker
bx_steromaker

Es gibt auch Plugins welche genau auf diese Bearbeitung ausgelegt sind. Ein Vertreter dieser Gattung ist der «Stereomaker» von Brainworx. Dieses Plugin setzt Du einfach auf Deinen Kanal und bestimmst mittels Stereo-Regler und Frequenz-Fokussierung die Stereobreite.

Voretil:

  • Monokompatibel
  • verändert den Sound nicht (ausser Du möchtest das)
  • Stereobreite leicht bestimmbar

Nachteil:

  • Leichtes, unkontrollierbares Wandern der Stereo-Mitte
  • Du weisst nicht, was das Plugin genau mit Deinem Sound anstellt

Der Chorus

Roland Chorus
Roland Chorus

Eine alte, einfache und vielverwendete Methode ist es einen Stereo Chorus zu benutzen. Du routest in diesem Fall Dein Signal auf einen Stereobus und schlaufst einen Stereo Chorus in diesen Bus ein. Am Besten schneidest Du noch die Bässe bis 150Hz ab, um die tiefen Frequenzen Mono zu behalten. Mit dem Send-Regler bestimmst Du den Anteil des Effektes.

Vorteil:

  • Grösstenteils Monokompatibel
  • Effektstärke leicht einstellbar

Nachteil:

  • Kleine Klangveränderung
  • Stereobreite nur bedingt einstellbar

 

 

 


Die Tilt-Shift Methode

tilt shift bass
tilt shift bass
tilt shift high
tilt shift high

Mit dieser Methode verteilst Du das Instrument Frequenzmässig im Panorama. Dazu benutzt Du einen Tilt-Shift Filter. Diese spezielle Art von Filter gibt es von verschiedenen Anbietern. Z.B. von Softube oder Elysia. Der Tilt-Shift Filter besitzt nur zwei Regler. Der Eine bestimmt die Scheitelfrequenz und der Andere senkt ober- und unterhalb dieser Frequenz die Bänder an oder ab. Wird das Band unterhalb der Scheitelfrequenz angehoben, senkt sich das Band oberhalb um den gleichen Wert ab. Dasselbe gilt auch in umgekehrter Richtung. Somit bekommst Du eine Frequenzwaage.

Kopiere deine Mono Spur auf einen zweiten Kanal. Setzte die erste Spur ganz links ins Panorama, die zweite ganz rechts. Füge nun in jeden Kanal einen Tilt-Shift Filter ein. Die Scheitelfrequenz muss dieselbe sein. Beim linken Kanal hebst du nun das Bassband an (somit senkt sich das Höhenband ab) und beim rechten Kanal genau umgekehrt. Die tieferen Töne werden nun etwas mehr links abgebildet, die Hohen eher rechts.

Vorteile:

  • Klangbild bleibt dasselbe
  • Monokompatibel
  • Natürliches Stereobild

Nachteile:

  • Stereobreite nicht gross bestimmbar
  • Wandern des Signals im Stereofeld