3 Sidechain Anwendungen


Die Idee hinter der Sidechain Kompression (auch «ducking» genannt) ist, den Kompressor auf der zu bearbeitenden Audiospur mit einem anderen Signal zu steuern. Anwendungsgebiete gibt es reichlich. Angefangen bei der Radioübertragung (automatisches runterregeln der Musik beim Einsatz des Moderators) bis zur modernen Musikproduktion. Für die Produzenten wurde die Sidechain Komprimierung aktuell, als die ersten elektronischen Schlagzeugmaschinen aufkamen. Diese hatten nämlich keine Dynamikschritte in der Programmierung. Das heisst, alle Klänge waren gleich laut. Es fehlte die natürliche Dynamik. (Beispielsweise bei „Pastime Lover“ von Stevie Wonder.)

 

1. Komprimierung der Hihat Spur via Sidechain

Die ersten Elektroproduzenten fügten einen Kompressor ins Signal des Hihats ein und steuerten diesen mit der Bassdrum. Der Kompressor reagierte auf die Bassdrum Schläge und regelte während diesem Moment die Hihat runter. Somit entstand das typische Off-Hihat Pattern, das noch heute im Techno stilprägend ist.

 

2. Komprimierung des Basses via Sidechain

Ein weiteres Anwendungsgebiet ist, die Dynamik des Basses mit der Bassdrum zu Steuern. Das macht Sinn wenn sich die beiden Instrumente in den gleichen Frequenzen befinden. Auch hier wird das Basssignal mit der Bassdrum geduckt, analog zum vorherigen Beispiel mit der Hihat. Bei einer 4 on 4 Bassdrum entsteht dann der typische off-Bass den man bei vielen Danceproduktionen findet.

 

3. Ducked Delay

Ein weiteres Beispiel um die Sidechain Kompression anzuwenden ist, den Effektweg eines Instrumentes zu «ducken». Man sendet z.B. ein Teil der Stimme auf einen Bus mit Delay und regelt via Sidechain Kompression den Effekt runter wenn der/die KünstlerIn singt. Das hat zur Folge, dass das Delay während der gesungenen Passagen leiser ist und erst beim Aufhören des Gesangs wieder hörbarer wird. So schafft man Platz im Mix und die Stimme wird nicht vom Effekt zugedeckt.

Ducked Delay

 

Man kann die Sidechain Kompression auch bis an die Spitze treiben und unorthodox auf den ganzen Mix anwenden. Somit entsteht der pumpende «Call On Me» Effekt von Eric Prydz.

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